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Rezensionen:

Proud To Be Punk #24 (Sommer 2016)

Nachdem Flag Smasher (www.flagsmasher.blogsport.de) aus Leipzig mittlerweile einige Gigs auf dem Buckel haben, können sie angesichts ihrer Ende März, Anfang April über die Bühne gegangenen Tour mit Alien Placenta nun auch eine Demo-CDR vorweisen…
Flag Smasher – dto. CDR 3,-
Wenn man sich das optische Erscheinungsbild der vier Jungs aus Leipzig anschaut, dann dürfte die zu erwartende musikalische Ausrichtung unverkennbar auf der Hand liegen: Wenn zwei Glatzen und zwei Punx zusammen einen Proberaum entern, dann kann doch eigentlich nur Oi!- bzw. Streetpunk dabei herauskommen, oder? Tja, denkste – weit gefehlt! Schon der Opener, der den vielsagenden Titel „Die Rechten zu Boden“ trägt, verdeutlicht eindrücklich, dass diese Vermutung sofort ins Reich der von Vorurteilen geleiteten Fehlurteile verbannt werden muss. Schnelles, derbes HC-Punk-Geballer knallt hier durch den Kanal, bei dem durchaus auch der ein oder andere D-Beat zum Vorschein kommt. Doch nicht nur die Musik an sich bzw. der damit verbundene, an alte Ami-Hardcore-Kapellen erinnernde Hauptgesang sowie die ihn unterstützenden Backgroundchöre kommen einem regelrechten Wutausbruch gleich, sondern auch die Textinhalte der insgesamt zehn Songs spiegeln unmissverständlich wider, wie angepisst das Quartett angesichts deutscher – insbesondere sächsischer – Verhältnisse ist. Während sich Songs wie „Die Rechten zu Boden“ oder „Flag smashers“ über die Synthese von Nazis und „besorgten BürgerInnen“ auskotzen, verdeutlichen Tracks wie „Ohnmacht“ oder „Feuer und Flamme“, wie es unsereins ergeht, wenn man sich als Antifaschist eben jener rassistischen Scheiße entgegenstellt – Knüppel, Pfefferspray oder der Gummi-Gesinnungsparagraph 129a sind die Konsequenzen, auf die man sich hierzulande unvermittelt einzustellen hat. Dass die von Flag Smasher geübte Kritik jedoch nicht vor der eigenen Haustür Halt macht, belegen die zwei Stücke „Oi! It`s class war“ oder „No attitude“, in denen all jenen Flachpfeifen der wohlverdiente Mittelfinger entgegengestreckt wird, die Punk mit einem unpolitischen Karnevalsverein verwechseln. Sämtliche Texte könnt ihr auf dem in schönem Cut`n`Paste-Style daherkommenden Beiblatt nachlesen, das neben der Vinyloptik-CDR in einer professionell bedruckten Papphülle steckt. Ein schöner, auf insgesamt 100 Exemplare limitierter Einstieg.

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Underdog Fanzine (Quelle)

FLAG SMASHER
s/t CD-R
http://flagsmasher.blogsport.de
Punx und Skins musizieren gemeinsam und verfolgen ein gemeinsames Ziel: zusammen reiten und gewinnen! Mit recht einfachen Mitteln zerlegen die Flagsmasher aus Leipzig im Boller-Beat den Geist der Zeit und kollaborieren im anarchistischen und antifaschistischen Bündnis gegen Unterdrückung, Lohnsklaverei, unpolitische Shitheads, gegen Grenzen und Nationen.
Das ist eine Menge Arbeit. Aber gegen eine drohende Ohnmacht können auch kleinste Aktionen hilfreich sein: Schnapp‘ dir einen Farbbeutel oder eine Spraydose und gestalte die Umwelt (Fassaden von totalen Institutionen wie Banken, Behörden etc.) nach deinem Geschmack. Und so verknüpfen FLAG SMASHER nicht nur Kreativität, künstlerisches Gestalten mit linken politischen Ideen und Inhalten, sondern zeigen auch auf, dass Punk eben mehr ist als nur Musik, Konsumieren und passives Verhalten. Musikalisch reduziert das Mix-Quartett die spielerischen Gestaltungsmöglichkeiten auf ein Minimum. Da wird in jedem Ton, bei jedem Akkord, bei jedem Beat unmissverständlich klar gemacht, dass Punk immer noch eine in sich brodelnde Quelle von Wut, Hass und Frust ist, die herausplatzen muss, um in der Gereiztheit und beim Aggressionspotential nicht zu ersticken und die Handlungen zu lähmen.

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Ugly Punk (Quelle)

FLAG SMASHER – S/T
(Eigenproduktion)

Zwei Skinheads und zwei Punks haben sich in Leipzig zusammengetan und eine Band gegründet. Da könnte man durchaus an Stumpfsinn, Saufen und Oi!Oi!Oi!-Geprolle denken. Aber der Bandname und das Cover zeigen, dass man hier etwas ganz anderes zu erwarten hat. Denn mit diesen Klischees haben die vier Sachsen überhaupt nichts am Hut und das bringt man auch deutlich zu Ausdruck.

FLAG SMASHER zeigen sich nämlich äußert kämpferisch und knallen dem geneigten Hörer zehn krachende Hardcore-/Streetpunk-Stücke vor den Latz, die sich gewaschen haben. Man beweist eine klare politische Haltung und kotzt sich, wie zum Beispiel in „No Attitude“, auch über die ein oder andere Szeneträne aus. Zudem beweist man mit „Oi! It’s Class War“, das Oi! auch durchaus aktivistisch ist. Titel wie „Die Rechten zu Boden“, „Feuer & Flamme“ oder „Flag-Smasher“ stehen dabei für sich. Der Song „Bikepunx’n‘Skins“ zeigt aber auch, dass Punk immer noch für Chaos & Anarchie steht und mir als altem Radler zudem ein leichtes grinsen ins Gesicht zaubert. Im Vordergrund steht dennoch die Wut und diese wird auch vollkommen ausgelebt. Hier werden keine Kompromisse gemacht und das spiegelt sich nicht nur in den direkten Texten, sondern auch in der derben ‘Auf-die-Fresse’-Musik und der ausgeprägten DiY-Attitüde wieder.

Somit hat man es hier mit einer wilden, direkten und unangepassten Scheibe zu tun, bei der Hass und Wut noch aus dem Bauch kommen und die auch ohne glattgebügelten Perfektionismus auskommt. Angepisster, politischer HC-Punk also, der einem ordentlich die Ohren durchpustet. Mirko

http://flagsmasher.blogsport.de

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Plastic Bomb #96 (Herbst 2016)

FLAG SMASHER / s/t (CD) // Das nenne ich mal eine Ansage. FLAG SMASHER ballern auf ihrem Debüt 10 Salven Hardcore Punk ohne Rücksicht auf Verluste direkt ins Gesicht. Textlich sehr kämpferisch, mit klaren antifaschistischen Botschaften und musikalisch ohne kitischigem Beifang und Firlefanz. Dabei wurde der Tempomat auf hau-drauf-was-das-Zeug-hält gestellt. Die Band aus Leipzig erinnert mich irgendwie stark an MIOZÄN, die ich ewig nicht mehr gehört habe. Generell landen bei mir in den letzten Jahren leider immer weniger Tonträger dieser Gangart, was ich echt schade finde. Nach meiner Empfindung tanzt die Antifa von heute lieber auf Elektro als auf Hardcore Punk und FLAG SMASHER sind da eine willkommene Abwechslung. Tolle CD, bin gespannt darauf die Band bei Gelegenheit mal live zu sehen. Knut (diy)

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Commi Bastard (Quelle)

Flag Smasher /CD-R (Eigenproduktion)
(http://flagsmasher.blogsport.de)

Flag Smasher bestehen aus zwei Punks und zwei Skinheads und stammen aus Leipzig. Wider erwarten ist eine Band, die zwei Skinheads im Line Up hat, nicht unbedingt eine Oi!/Streetpunk Band. Ein Vorurteil mit dem Flag Smasher wohl öfters zu tun haben. (Wenn ich ihre Bandvorstellung im Proud to be Punk so lese)
Aber die Leipziger machen Hardcore Punk, und das mit ordentlich Power. So kommt es auch das die hier enthaltenen 10 Songs in ca. 19 Minuten heruntergeknüppelt sind. So macht Hardcore Spass, gelle?. Zudem machen Flag Smasher gute Texte. Auch das „Red and Anarchist Skinheads“ Logo im beigelegten Textblatt zeigt, wo die Band politisch steht. Die Songtitel sind zuweilen in Englisch, die Texte aber auf Deutsch gehalten.
Meine Anspieltipps wären „Oi! Its Class War“, „No Attitude“, „Reclaim Your Life“, „Die Rechten zu Boden“ und nicht zuletzt „Wagner“, wo man sich dem Kult um den Komponisten Richard Wagner widersetzt, der in Leipzig zur Zeit wohl neue Blüten schlägt. Eigentlich unglaublich, wenn man bedenkt, das der sich schon zu Lebzeiten keine Mühe gab, seinen Antisemitismus zu verstecken. Die von ihm verfasste Hetzbroschüre „Der Jude in der Musik“ wurde von ihm selbst auch aktiv publiziert und verbreitet. Da gibt es nun wirklich keine Zweifel, das der Mann auf den Müll gehört.
Also eine schöne CD-R, die zwar nur im Pappschuber, aber gut gestaltet, mit kompletten Textblatt und in Vinyl Optik daherkommt. Ihr werdet es nicht bereuen.